Gleisdorf ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Weiz in der Oststeiermark, rund 21 km östlich von Graz. Gleisdorf (vormals Gerichtsbezirk Gleisdorf) liegt im Gerichtsbezirk Weiz. Am 1. Jänner 2015 wurde Gleisdorf im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den Gemeinden Labuch, Laßnitzthal, Nitscha und Ungerdorf zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde führt den Namen „Gleisdorf“ weiter.
Gleisdorf liegt im Tal der Raab, an der Mündung von Laßnitz und Rabnitz in diese, sowie mit Ortsteilen auch in der umgebenden Hügel- und Riedellandschaft der Oststeiermark. Gleisdorf ist ein regionales Zentrum mit entsprechender Infrastruktur und aufgrund seiner Lage wichtiger Verkehrsknoten sowie Wohnort mit kontinuierlichem Zuzug.
Das Gemeindegebiet umfasst folgende zehn Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Stadt besteht aus den Katastralgemeinden Arnwiesen, Gamling, Gleisdorf, Kaltenbrunn, Labuch, Nitscha, Ungerdorf, Unterlaßnitz und Urscha.
Im Gebiet des heutigen Gleisdorf entstand um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. eine römische Siedlung (Vicus), die bis in das 3. Jahrhundert bestand. Der antike Name des Ortes ist nicht überliefert. Auch die genaue Provinzzugehörigkeit ist in der Forschung nicht abschließend geklärt: Während Gleisdorf traditionell der Provinz Noricum zugerechnet wird, wird aufgrund archäologischer Parallelen auch eine Zugehörigkeit zu Pannonien diskutiert. Im ersten Fall wäre Flavia Solva, im zweiten Savaria das zuständige Verwaltungszentrum gewesen.
Die Siedlung lag am linken Ufer der Raab, des antiken Arrabo, und entstand am Schnittpunkt mehrerer römischer Verkehrswege. Durch Gleisdorf verliefen wichtige Verbindungen zwischen dem Raum von Flavia Solva, dem Murtal und Pannonien. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage sowie der Handwerks- und Handelstätigkeit entwickelte sich der Vicus zu einem regionalen Zentrum. Die frühe Bebauung bestand überwiegend aus Holzhäusern; ab dem 2. Jahrhundert wurden zunehmend Stein- und Fachwerkbauten errichtet.
Archäologische Untersuchungen weisen Wohngebäude, ausgedehnte Gräberfelder und ein Handwerksviertel nach. Im Bereich der heutigen Jahngasse und des ehemaligen Gasthauses Römerhof wurden Brennöfen, Schlacken, Schmelztiegel und Halbfabrikate gefunden, die auf Metallverarbeitung und möglicherweise Glasverarbeitung hinweisen. Importierte Terra Sigillata, hochwertige Glasgefäße und Schmuckstücke belegen zugleich die Einbindung Gleisdorfs in überregionale Handelsnetze. Im Bereich des heutigen Friedhofs wurden hochwertige Mauerzüge und ein mehrteiliges Gebäude mit Resten bemalter Innenwände nachgewiesen; dort wird das Zentrum des Vicus vermutet.
Besondere Bedeutung besitzt das bei der ehemaligen Ziegelei Strobl entdeckte Amphitheater. Es war vermutlich überwiegend in Holzbauweise errichtet und ist neben jenem von Flavia Solva das einzige bislang nachgewiesene römische Amphitheater in der Steiermark. Unmittelbar daneben befand sich ein großes Gräberfeld mit 46 Grabbauten und 104 Flachgräbern. Grabinschriften und weitere Funde zeigen eine Bevölkerung, die großteils aus romanisierten Kelten bestand. Insgesamt hatte das römische Gleisdorf nach Einschätzung der archäologischen Forschung eher kleinstädtischen als dörflichen Charakter. Für eine Besiedlung in der Spätantike fehlen bislang eindeutige archäologische Nachweise.
Nach dem Ende der römischen Siedlung fehlen für mehrere Jahrhunderte sowohl schriftliche als auch eindeutige archäologische Belege für Gleisdorf. Die älteste erhaltene Urkunde, in der der Ort namentlich erwähnt wird, stammt vom 17. September 1229. Darin erscheint der Name in der Form Glitstorf beziehungsweise Glitstorf. Zugleich ist damit auch die Existenz der dem heiligen Laurentius geweihten Kirche belegt. Wann die Laurentiuskirche gegründet wurde, ist nicht eindeutig geklärt.
Am 23. Juli 1284 wird Gleisdorf erstmals ausdrücklich als Markt bezeichnet. Der genaue Zeitpunkt einer förmlichen Verleihung des Marktrechts ist jedoch nicht bekannt; möglicherweise bestanden entsprechende Rechte bereits früher. Die Bedeutung des Marktortes beruhte wesentlich auf seiner Lage an mehreren nach Osten führenden Verkehrswegen. Über drei Jahrhunderte gehörte Gleisdorf zur Herrschaft Riegersburg. Nach dem Übergang der Herrschaft an die Familie Stadl wurde der Markt 1570 aus dem Riegersburger Herrschaftsverband gelöst und der näher gelegenen Herrschaft Freiberg unterstellt.
Während des Rückzuges des osmanischen Heeres unter Sultan Süleyman I. durch die Steiermark erreichte dieses am 10. September 1532 Gleisdorf. Die Einwohner verschanzten sich im befestigten Tabor rund um die Pfarrkirche und setzten Häuser in dessen unmittelbarer Umgebung selbst in Brand, um die Verteidigung zu erleichtern. Den Osmanen gelang es nicht, den Tabor einzunehmen; die übrigen Gebäude des Marktes wurden jedoch weitgehend zerstört. Bereits 1534 bestätigte Ferdinand I. die bisherigen Gleisdorfer Marktprivilegien sowie Wochen- und Jahrmärkte.
1588 wurde der Markt durch einen Großbrand schwer beschädigt, wobei auch Urkunden über ältere Marktprivilegien verloren gingen. 1611 bestätigte Erzherzog Ferdinand von Innerösterreich die bisherigen Freiheiten und Jahrmärkte erneut. Die Region blieb auch in den folgenden Jahrhunderten wiederholt von Epidemien, militärischen Bedrohungen und wirtschaftlichen Krisen betroffen. Seit dem frühen 16. Jahrhundert verlief zudem eine Postverbindung von Graz über Gleisdorf in Richtung Wien; spätestens im 18. Jahrhundert entwickelte sich Gleisdorf zu einer regulären Poststation.
Die Revolution von 1848 brachte grundlegende gesellschaftliche und administrative Veränderungen. Mit der Aufhebung der Grunduntertänigkeit wurden die Bauern Eigentümer des von ihnen bewirtschafteten Bodens und von Robot, Zehent und weiteren grundherrschaftlichen Lasten befreit. 1849 entstanden selbstständige Ortsgemeinden mit kommunaler Selbstverwaltung. In Gleisdorf wurde bereits im März 1848 eine Nationalgarde zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung aufgestellt.
Die entscheidende wirtschaftliche Veränderung brachte der Eisenbahnbau. Am 17. September 1872 erreichte erstmals eine Lokomotive den Gleisdorfer Bahnhof; die durchgehende Verbindung der Ungarischen Westbahn zwischen Graz und Raab/Győr wurde am 1. Mai 1873 eröffnet. Damit war Gleisdorf an ein leistungsfähiges überregionales Verkehrsnetz angeschlossen. Am 28. Juli 1889 wurde zusätzlich die Lokalbahn von Gleisdorf nach Weiz in Betrieb genommen, wodurch Gleisdorf zum regionalen Eisenbahnknoten wurde. Die bessere Verkehrsanbindung förderte insbesondere Handel und Obstexport; in den 1880er-Jahren entwickelte sich Gleisdorf zu einer der wichtigsten Obstexportstationen der Steiermark.
Am 9. Juli 1883 besuchte Franz Joseph I. Gleisdorf im Rahmen einer Reise durch die Steiermark. Sein Hofzug hielt rund 40 Minuten im Ort; der Kaiser legte unter anderem den Schlussstein des damals fertiggestellten Armenhauses. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte ein deutliches Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein, das Gleisdorf zunehmend die Funktion eines regionalen Zentrums verlieh.
Der Erste Weltkrieg brachte auch für Gleisdorf erhebliche soziale und wirtschaftliche Belastungen. Lebensmittel und andere Güter wurden zunehmend knapp und rationiert. Zeitweise waren Flüchtlinge und Kriegsgefangene im Raum Gleisdorf untergebracht; etwa 270 russische Kriegsgefangene gelangten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Umgebung und wurden unter anderem in der Landwirtschaft eingesetzt. Besonders in den letzten Kriegsjahren verschärfte sich die Versorgungslage erheblich. Aus der Gleisdorfer Pfarre fielen während des Ersten Weltkriegs insgesamt 244 Männer.
Nach dem Ende der Monarchie veränderten sich auch die politischen Verhältnisse grundlegend. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht ersetzte das frühere Kurienwahlrecht; damit erhielten erstmals auch Frauen das aktive und passive Wahlrecht auf kommunaler Ebene. Am 8. Juni 1920 beschloss der Kabinettsrat der österreichischen Staatsregierung die Erhebung Gleisdorfs zur Stadt. Einen entsprechenden Antrag hatte der Gemeindeausschuss bereits am 30. Mai 1914 beschlossen, dessen Umsetzung sich durch den Weltkrieg verzögert hatte. Gleisdorf war damit die erste steirische Stadt, die in der Ersten Republik in den Stadtrang erhoben wurde.
Die zunehmende politische Polarisierung der Zwischenkriegszeit erfasste auch Gleisdorf. Nach der Ausschaltung des Parlaments 1933 und der Errichtung des autoritären Ständestaates wurde die kommunale Demokratie schrittweise beseitigt. Während der Februarkämpfe 1934 blieb es in Gleisdorf selbst ruhig; dennoch wurden 17 ortsansässige Sozialdemokraten vorübergehend festgenommen. Der 1932 gewählte Gemeinderat wurde 1934 aufgelöst und Karl Sobernig als Regierungskommissär mit der Leitung der Stadt betraut.
Unmittelbar betroffen war Gleisdorf vom nationalsozialistischen Juliputsch am 25. Juli 1934. Im Stadtzentrum versammelten sich putschbereite Nationalsozialisten; im Hof eines Kaufhauses in der Weizer Straße wurden Waffen an SA-Angehörige ausgegeben. Bei einer Konfrontation mit der Gendarmerie kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der örtliche SA-Führer August Brunotte tödlich verwundet wurde. Die Gendarmerie nahm anschließend 28 Personen fest und stellte unter anderem zwei Maschinengewehre sicher.
Im Frühjahr 1938 zeigte sich auch in Gleisdorf die zunehmende Stärke der Nationalsozialisten in Form großer Kundgebungen und Fackelzüge. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 besetzten Angehörige von SA und SS das Rathaus und entwaffneten die dort stationierte regierungstreue Miliz. Die bisherige Gemeindeführung wurde ersetzt; neuer Bürgermeister wurde der Rechtsanwalt Rupert Weidacher. Bereits am 15. März wurden der Florianiplatz in Adolf-Hitler-Platz und der damalige Dr.-Dollfuß-Platz in August-Brunotte-Platz umbenannt. Diese Umbenennungen wurden 1945 rückgängig gemacht.
Während des Zweiten Weltkriegs führten Einberufungen, Rationierungen und Truppeneinquartierungen zu zunehmenden Belastungen. Gleisdorf war aufgrund seiner geringen industriellen Bedeutung kein vorrangiges Ziel des alliierten Luftkriegs; angegriffen wurden vor allem Bahn- und Straßenverbindungen. Der erste Luftalarm wurde am 13. August 1943 ausgelöst. Bei einem Luftangriff am Faschingsdienstag 1944 wurden 36 Bomben abgeworfen und zwei Gebäude zerstört. Gegen Kriegsende wurden auch Arbeitskräfte aus Gleisdorf für den Bau des Südostwalls herangezogen und jüngere sowie ältere Männer zum Volkssturm eingezogen.
Seit Herbst 1944 wurden vor allem ungarische Juden unter unmenschlichen Bedingungen als Zwangsarbeiter beim Bau des Südostwalls eingesetzt. Beim Herannahen der Front wurden sie auf Todesmärschen nach Westen getrieben; ein Teil der Routen führte über den Raum Gleisdorf. Seit 2008 erinnert am Rathausplatz ein Mahnmal an diese Ereignisse. Der Zweite Weltkrieg forderte unter den Angehörigen der Gleisdorfer Pfarre 493 Gefallene; hinzu kamen sechs zivile Opfer, mehrheitlich infolge des alliierten Luftkriegs.
Am Nachmittag des 8. Mai 1945 erreichten Einheiten der Roten Armee das Gleisdorfer Stadtzentrum. In den folgenden Tagen kam es zu Plünderungen, Bränden und Gewalttaten. Die sowjetische Ortskommandantur wurde im Gebäude der Sparkasse eingerichtet. Damit endete die nationalsozialistische Herrschaft in Gleisdorf.
Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes übernahm zunächst ein aus Vertretern von SPÖ, ÖVP und KPÖ bestehender Kontrollausschuss die Führung der Stadt; ab August 1945 amtierte ein provisorischer Gemeinderat. Ende Juli 1945 lösten entsprechend dem alliierten Zonenabkommen britische Truppen die sowjetische Besatzungsmacht in der Steiermark ab. Die ersten britischen Soldaten erreichten Gleisdorf am 26. Juli. Ihre Ortskommandantur befand sich am Florianiplatz. Bereits 1949 gaben die Briten Gleisdorf als Garnisonsort wieder auf.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegsjahrzehnte veränderte das Stadtbild stark. Neue Wohnsiedlungen entstanden, die technische Infrastruktur wurde ausgebaut und erstmals siedelten sich größere Industriebetriebe an. Eine der bedeutendsten Ansiedlungen war Binder+Co, dessen neues Werk 1962 auf der „Tratten“ in Betrieb ging. Der 1972/73 errichtete Abschnitt der Wechselbundesstraße entlastete das Stadtzentrum vom Durchzugsverkehr. 1980 wurde die nahe an Gleisdorf vorbeiführende Süd Autobahn für den Verkehr freigegeben und band die Stadt mit zwei Anschlussstellen an das Autobahnnetz an.
1979 beging die Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen die 750. Wiederkehr ihrer ersten urkundlichen Erwähnung. Den Abschluss des Festjahres bildete im Oktober ein Besuch von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger. Ab den 1990er-Jahren nahm neben der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung auch der Ortsbildschutz einen größeren Stellenwert ein. 1998 wurde mit dem sogenannten Solarbaum ein Symbol für die Positionierung Gleisdorfs als „Solarstadt“ errichtet. Die Steirische Landesausstellung 2001 unter dem Titel energie fand unter anderem in Gleisdorf statt und war mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Stadtzentrum verbunden.
Die Steirische Landesausstellung 2001 in Gleisdorf war dem Thema Energie gewidmet. Eine Reverenz an die langjährige Arbeit der „AEE INTEC“ („Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie – Institut für Nachhaltige Technologien“), die in der Stadt als „Solaranlagen-Selbstbaugruppe“, begonnen hatte, schließlich als „Arge Erneuerbare Energie“ (1988 wurde von ehemaligen Baugruppenleitern Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie ein gemeinnütziger Verein gegründet.) aktiv wurde. Gleisdorf ist Teil der LEADER-Region „Energieregion Weiz-Gleisdorf“.
Mit Wirkung vom 1. Jänner 2015 wurde Gleisdorf im Zuge der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit den bisherigen Nachbargemeinden Labuch, Laßnitzthal, Nitscha und Ungerdorf vereinigt. Dadurch wuchs die Gemeindefläche von 4,75 auf 38,66 km² die Einwohnerzahl stieg von 6.122 auf 10.274. Name und Wappen der Stadtgemeinde Gleisdorf wurden für die vergrößerte Gemeinde beibehalten.
2026 lebten gar 11554 Menschen in Gleisdorf.
Das MiR – Museum im Rathaus wurde 2008 in den Kellerräumen des denkmalgeschützten Rathauses eingerichtet. Der Hauptteil des „MiR“ wird als Ausstellungsraum im Sinne eines White Cube genutzt und ganzjährig bespielt. Die Museums-Artefakte sind ausgelagert. Dafür ist ein Nebenraum des „MiR“ von Historiker Robert F. Hausmann als „Geschichte-Raum“ gestaltet worden. Dort wird auf drei Erzählebenen die Geschichte Gleisdorfs zu jener Österreichs und zur Weltgeschichte in Beziehung gesetzt.
Im Raum Gleisdorf sind Aktivitäten ganzjährig der Gegenwartskunst und den Voluntary Arts gewidmet. Das bezieht neben Kunstveranstaltungen auch Kunstdiskurs und themenbezogene Regionalentwicklung ein.
2001 gastierte unter der Leitung von Wolfgang Zinggl die handlungsorientierten Kunstgruppe WochenKlausur in der Stadt und stellte die Ergebnisse ihrer Ergebungen öffentlich zur Diskussion.
Ein Gleisdorfer Kunstprojekt (kultur.at) hat 2007 erstmals eine lokale Kooperation mit dem Festival Steirischer Herbst realisiert („next code: love“). 2010 war für ein Folgeprojekt eine Abordnung der Konzeptkunst-Formation Kollektive Aktionen (Andrei Monastyrski) eine Woche in der Stadt.
2008 wurde Gleisdorf durch kultur.at ein Schauplatz der ersten steirischen regionale („next code: divan“).
2014: Gleisdorf wird zum Angelpunkt der Kulturspange, einer Kooperation von drei Kulturinitiativen: Heterotopia PerpetuumMobile (Belgrad), Kunst Ost (Gleisdorf) und Netzwerk Salzkammergut (Bad Mitterndorf). Auf zweiter Ebene ist die „Kulturspange“ mit der Kulturinitiative Fokus Freiberg verbunden, dessen Schlüsselperson der Unternehmer Ewald Ulrich ist.
Gleisdorf gilt als Einkaufsstadt, ist aber auch ein Technologiestandort, was sich in der Themenwahl für die Zugehörigkeit zu einer steirischen LEADER-Region ausdrückt. Diese trägt den Titel „Energieregion Weiz-Gleisdorf“. Gleisdorf ist als „Solarstadt“ den erneuerbaren Energien gewidmet; im Kontrast zum ersten LEADER-Kulturprojekt der Steiermark, das von dieser Stadt ausging. Die Hauptthemen „Energie-Region“ sind – gemäß dieser Themenstellung und wirtschaftlichen Situation – Energieautarkie und Mobilität.
Die Nutzung von Photovoltaik basiert hier nicht bloß auf privater Initiative, sondern wird – nebst anderen Maßnahmen – auch von der städtischen Feistritzwerke STEWEAG GmbH forciert. Die Firma befindet sich zum größten Teil im Eigentum der Gemeinde und kümmert sich gemeinsam mit dem Mutterbetrieb der Stadtwerke Gleisdorf mit innovativen Projekten um die sichere Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser sowie die Abfallentsorgung.
Mit „Ingenos ZT GmbH“ gehört eines der größten Ziviltechniker-Büros Österreichs zur Stadt. Mit der „AEE INTEC“ beherbergt Gleisdorf jene zweitgrößte Forschungseinrichtung Österreichs zum Thema „Erneuerbare Energie“, von der 1988 die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie gegründet wurde. Darüber hinaus wird Gleisdorf auch von der „Vitrasan GmbH“ als Firmensitz genutzt, welche der europäische Marktführer für CBD Produkte ist.
Im Dezember 1969 wurde der Abschnitt Graz-Gleisdorf der Südautobahn A 2 eröffnet. Erst Jahre später wurde der Abschnitt Gleisdorf-Hartberg als Sparautobahn auf der Trasse der Richtungsfahrbahn Wien errichtet und als Gegenverkehrsbereich freigegeben. Der Vollausbau dieses 42 Kilometer langen Abschnittes erfolgte erst nach zahlreichen schweren Verkehrsunfällen, die durch die fehlende bauliche Trennung der Fahrstreifen mit verursacht wurden. Anschlussstellen der A 2 im Bereich von Gleisdorf sind Gleisdorf-Süd (157) und Gleisdorf-West (161).
Gleisdorf liegt an vier ehemaligen Bundesstraßen:
Der Bahnhof Gleisdorf liegt im südwestlichen Stadtgebiet. Er wurde am 1. Mai 1873 mit der Eröffnung des letzten Abschnittes der steirischen Ostbahn von Jennersdorf nach Graz als Durchgangsbahnhof in Betrieb genommen. Seit 28. August 1889 ist Gleisdorf auch Ausgangspunkt und Anschlussbahnhof der Landesbahn Gleisdorf – Weiz.
Im Jahr 1999 wurde der Bahnhof Gleisdorf mit einem Aufwand von 155 Mio. Schilling zur Verkehrsdrehscheibe ausgebaut. Im Rahmen des Projektes wurde ein Bahnsteigtunnel und ein überdachter Inselbahnsteig mit Zungenbahnsteig für die Weizer Bahn errichtet. Die im Bahnhofsbereich liegende Eisenbahnkreuzung Mühlstraße wurde durch eine Unterführung ersetzt, der Busbahnhof verlegt und Park&Ride-Parkplätze sowie überdachte Stellplätze für Fahrräder gebaut.
Im Jahr 2000 wurde ein elektronisches Stellwerk ESTW SMC 86 in Betrieb genommen. Der Bahnhof Laßnitzhöhe sowie die betrieblichen Ausweichen Laßnitzthal (Bahnhaltestelle) und Autal werden von hier ferngesteuert.
Die im Bahnhofsbereich seit 1999 bestehende Park&Ride-Anlage mit einer Kapazität von 95 Zweirad-Stellplätzen und 163 Pkw-Stellplätzen wurde bis Ende Oktober 2013 um weitere 64 auf 227 Pkw-Stellplätze erweitert. Die bislang dritte Erweiterung der Park&Ride-Anlage wurde im Oktober 2015 abgeschlossen und damit die Kapazität auf insgesamt 350 Pkw-Stellplätze sowie 190 Zweirad-Stellplätze, davon 110 Fahrrad-Stellplätze, erhöht.
In Gleisdorf Bahnhof halten alle Regional-, Regionalexpress- und S-Bahn-Züge der Ostbahn, sowie alle Züge der Nebenbahn nach Weiz, die in Gleisdorf West einen weiteren Halt haben. Mit Fahrplanwechsel Dezember 2023 sind das an Werktagen von Montag bis Freitag 67 Verbindungen mit Graz (davon 32 nach Graz und 35 von Graz), sowie 50 mit Weiz (jeweils 25 von und nach Weiz), insgesamt bis zu 117 Züge täglich, die planmäßig von vier Bahnsteigen verkehren. An Werktagen außer Samstag verkehren 6 direkte S-Bahn-Züge von Weiz nach Graz, sowie 6 direkte S-Bahn-Züge von Graz nach Weiz, die in Gleisdorf Kopf machen. An Samstagen, wenn Werktag, bestehen 44 Zugverbindungen mit Graz (davon 21 nach Graz und 23 von Graz), sowie 18 Zugverbindungen mit Weiz, insgesamt 62 Züge täglich, die planmäßig verkehren. An Sonn- und Feiertagen werden 43 Zugverbindungen mit Graz angeboten (20 nach Graz und 23 von Graz). Die an der Ostbahn gelegene Bahnhaltestelle in Laßnitzthal ist seit 1. Jänner 2015 die dritte S-Bahn-Station im Gemeindegebiet von Gleisdorf. Auf der Nebenbahn von Gleisdorf nach Weiz ist an Sonn- und Feiertagen der Personenverkehr eingestellt. Die Personenbeförderung an Sonn- und Feiertagen erfolgt mit der Buslinie 202, mit 6 Kurspaaren zwischen Gleisdorf und Weiz.
Nach Abschluss der wichtigsten streckenbaulichen Maßnahmen (Ausweichbahnhöfe und Haltestellen, Informations- und Sicherungstechnik) wurde am 12. Dezember 2010 auf der Trasse der Ostbahn der Betrieb der Linie 3 der S-Bahn Steiermark aufgenommen. Die Nebenbahn von Gleisdorf nach Weiz wurde als Linie S 31 in das S-Bahn-Netz integriert. Mit Fahrplanwechsel Dezember 2018 wurde das Zugangebot der Linie S 31 an Werktagen ausgebaut und in den Tagesrandlagen sowie an Samstagen verbessert. Die Betriebssperre der S 31 an Sonn- und Feiertagen wurde beibehalten.
Alle wichtigen Regionalbuslinien fahren mit ihren Kursen den Bahnhof Gleisdorf an, wo die Haltestellen am Bahnhofvorplatz oder in kurzer Gehwegdistanz zu diesem eingerichtet sind und den fahrplanmäßigen Umstieg im ÖPNV ermöglichen.
Bis 2028 wird der Betrieb auf der Bestandsstrecke der steirischen Ostbahn von Dieseltraktion auf Elektrotraktion umgestellt. Die Bestandsstrecke wird gemäß Rahmenplan der ÖBB Infrastruktur AG in den Jahren 2023 bis 2027 im eingleisigen Verlauf von Graz Ostbahnhof bis Jennersdorf (nächst der Staatsgrenze zu HU) streckenbaulich attraktiviert und elektrifiziert.
Eine zwischen Graz und Gleisdorf zu errichtende Neubaustrecke war im behördlichen Prüfungs- und Genehmigungsverfahren. Das Projekt wurde jedoch im Generalverkehrsplan rückgereiht und soll nun erst nach 2030 realisiert werden. Die eingereichte und genehmigte Trasse soll entlang der bestehenden Autobahn A 2 verlaufen und die Laßnitzhöhe in einem Basistunnel unterqueren. Die NBS soll in Raaba bei Graz mit der Bestandsstrecke nach Graz, sowie im Bereich von Feldkirchen bei Graz mit der Koralmbahn verbunden werden. Über die NBS sollen auch Güterzüge von und zum Terminal Werndorf geführt und damit dessen Anbindung via Ostbahn nach Ungarn verbessert werden. Nach Inbetriebnahme der NBS soll auf der Bestandsstrecke via Laßnitzhöhe der PNV verdichtet und im Abschnitt Graz–Gleisdorf (–Weiz) als Schnell- oder Stadt-Bahn geführt werden.
Gleisdorf liegt am Radweg R11, dem Raabtal-Radweg, der vom Raab-Ursprung bei Passail bis nach Szentgotthárd in Ungarn führt. Durch Gleisdorf führt auch der Pilger(rad)weg von Kleinmariazell nach Mariazell.
Der Gemeinderat hat 31 Mitglieder.
Nach der Wahl 2024 wurde eine Koalition aus ÖVP und den Grünen gebildet.
Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte am 21. Juli 1922. Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 20. März 2016.
Die Blasonierung lautet:
: „Im roten Schild unter silbernem, mit aus der Teilung wachsender halben grünen Lilie belegtem Schildhaupt ein silberner Querbalken, diesem unterlegt ein silbernes Lateinisches Kreuz mit oben und seitlich verbreiterten Balkenenden.“
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gleisdorf.
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